Freiwillige Feuerwehr Lindenholzhausen e.V.

Für Hollesse. Jederzeit. Einsatzbereit.

Letzter Einsatz

21.12.2023 um 16:35 Uhr H1, Baum auf Straße und ...
weiterlesen
16.12.2023 um 20:01 Uhr F2: Rauchentwicklung
weiterlesen
14.12.2023 um 13:54 Uhr F2: PKW-Brand in Carport
weiterlesen
 

Vollalarm aller Stadtteile wegen Unwetter
(Einsatz-Nr. 75)

Techn. Hilfe > Sturm
Hilfeleistungseinsatz
Zugriffe 627
Einsatzort Details

Limburg, komplettes Stadtgebiet (Vollalarm)
Datum 12.09.2023
Alarmierungszeit 21:31 Uhr
Alarmierungsart Funkmelde-Empfänger
Mannschaftsstärke 106
eingesetzte Kräfte

Feuerwehr Lindenholzhausen (Florian LM5)
Feuerwehr Linter (Florian LM6)
Feuerwehr Limburg (Florian LM1)
Feuerwehr Staffel (Florian LM8)
Feuerwehr Ahlbach (Florian LM2)
Feuerwehr Dietkirchen (Florian LM3)
Feuerwehr Offheim (Florian LM7)
Feuerwehr Eschhofen Florian LM4)
Hilfeleistungseinsatz

Einsatzbericht

LIMBURG-WEILBURG (red/kdh). Tief Hanjo hat am Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch in einem Teil des Landkreises Limburg-Weilburg eine Spur der Verwüstung hinterlassen ...

Limburg, Elz und Hadamar besonders heftig betroffen / Mehr als 1000 Anrufe in der Leitstelle

Diese Spur führt in der Hauptsache über Limburg, Elz und Hadamar in den Norden des Kreises. Glücklicherweise meldeten aber Kreis, Feuerwehren und Polizei keine Verletzten. Kreisbrandinspektor Georg Hauch berichtet, dass die ersten Notrufe bei der Zentralen Leitstelle in Limburg um 21.07 Uhr eingingen. Dort wurden bis zum Morgen 802 Notrufe und 202 sonstige Anrufe gezählt – normal seien etwa 300 Anrufe pro Tag. In dieser Nacht liefen aber sogar 60 Notrufe an die Leitstelle Darmstadt-Dieburg über. Und auch bei der Polizei gingen Vielzahl von Mitteilungen bezüglich umgestürzter Bäume, größerer Mengen Schlamm auf Straßen oder auch wegen eines beschädigten Daches ein. Die Meldungen wurden an die im Einsatz befindlichen Kräfte der Feuerwehren übermittelt.

Für eine Stunde kein Strom

Insgesamt 365 Einsätze der Feuerwehren bilanziert Georg Hauch. Als betroffene Kommunen nennt er Beselich, Dornburg, Elbtal, Elz, Hadamar, Limburg, Löhnberg, Mengerskirchen, Merenberg, Runkel, Villmar und Waldbrunn. 42 Ortsteilfeuerwehren seien im Einsatz gewesen – unter anderem bei mehr als 250 vollgelaufenen Kellern und knapp 50 auf Straßen gestürzte Bäume. Dazu kamen noch teilweise abgedeckte Dächer.

In Elz und Hadamar fiel auch für etwa eine Stunde der Strom aus, wie der Kreisbrandinspektor berichtet. Probleme gab es auch im Bahnverkehr. So wurden in Elz Bahngleise unterspült, was am Morgen für Ausfälle sorgte. Noch schwerere betroffen waren aber die Main-Lahn-Bahn, die zwischen Frankfurt-Höchst und Niedernhausen zumindest bis zum Abend nicht fuhr, und auch die Lahntalbahn, für die zwischen Fachingen und Nassau das Gleiche galt. Dort war ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischnen Limburg und Nassau eingerichtet.

Für die Limburger Feuerwehr bedeutete schon der erste Einsatz viel Arbeit. „Der Schiedetunnel ist in beiden Fahrtrichtungen vollgelaufen“, lautete die Meldung des Sprechers der Limburger Brandbekämpfer. Der Tunnel wurde anschließend gesperrt. Wie Stadtbrandinspektor René Jung mitteilte, wurden in der Kreisstadt 68 Einsätze gezählt. Dabei wurden viele Schäden erst am Morgen entdeckt. Dazu gehörte die Evangelische Kirche am Bahnhof, wo Wasser im Keller entdeckt wurde. Ein Großeinsatz war noch in der Tiefgarage der Werkstadt nötig. Ein Autofahrer musste in der Graupfortstraße aus seinem Fahrzeug befreit werden, mit er durch einen umgestürzten Baum in eine gefährliche Situation gekommen war.

Bild: Das Unwetter hat auch in der Grabenstraße in Limburg gewütet, wie Sabine Hennemann fotografiert hat. @ Sabine Hennemann

Bis zum frühen Morgen wurden in Elz sogar 106 Einsätze gemeldet. Dort musste die Feuerwehr zusätzliche Fahrzeuge des Weilburger Katastrophenschutzes nachfordern, um die Aufgaben zu bewältigen. „Dazu haben und das DRK und die DLRG mit Personal und Tauchpumpen unterstützt“, berichtet Gemeindebrandinspektor Hilmar von Schenk. Aus Richtung Offheim bewegte sich eine Schlammlawine in den Ort. „Wohnungen im Souterrain waren zum Teil bis unter die Decke voller Schlamm“, so der Gemeindebrandinspektor. Betroffen waren auch zwei Trinkwasserpumpen, was zum Ausfall der Trinkwasserversorgung führte. Zu den größeren Einsätzen in Elz gehörte auch die Hilfe beim Rolli-Möbelmarkt, wo die Wassermassen das Tor zum Lager aufgedrückt haben. Das Unwetter kann dann auch Auswirkungen auf die Elzer Kirmes haben. Denn auch das Untergeschoss des Bürgerhauses lief mit Wasser voll. Ob dieser Bereich genutzt werden kann, ist fraglich.

Eine Tiefgarage in Elz ist mit Wasser vollgelaufen. @ Klaus-Dieter HärngBild: Eine Tiefgarage in Elz ist mit Wasser vollgelaufen. @ Klaus-Dieter Häring

In Hadamar wurden schon bis zum Morgen 64 Einsätze gezählt. So war im Bereich des Bahnhofs ein Baumstamm auf geparkte Autos gefallen, ein Dachfenster in der Haidaerstraße wurde vom Sturm aus seiner Fassung gerissen „und zwischen Hadamar und Steinbach wurde die Stromleitung zerstört“, so die Feuerwehr. Gegen 21.15 Uhr war laut Polizei zudem ein Opel-Fahrer auf der B 54 unterwegs. Kurz nach der Abfahrt Hadamar stürzte ein Baum auf die Fahrbahn und traf den Pkw im Frontbereich.

Bäume fallen auf drei Straßen

Für die Waldbrunner Brandbekämpfer bedeutete die Nacht ebenfalls viel Arbeit. Bäume auf Autos und zerstörte Elektroleitungen sowie die Telefonleitung zwischen Ellar und Steinbach und Lahr und Heckholzhausen gehörten zu den insgesamt 47 Einsätzen bis zum Morgen. Einer der umgestürzten Bäume machte die Zufahrt zur Birkenmühle unmöglich. Ein weiterer Baum fiel auf ein Alpaka-Gehege. Die daraufhin frei laufenden Tiere mussten anschließend von der Feuerwehr eingefangen werden. Sämtliche Einsätze wurden bei strömendem Regen bewältigt, wie Waldbrunns Feuerwehrsprecher Schorsch Schäfer berichtete. Die Einsatzkräfte wären zum Teil in ihren Uniformen nass bis auf die Haut. „Das war heftig“, so Schäfer. „Das habe ich in dieser Form in meinen 46 Jahren bei der Feuerwehr noch nicht erlebt. Das macht mir aber auch Angst.“

Die Dornburger Feuerwehr hatte lediglich fünf Einsätze. Autofahrer auf der B 54 mussten sehr vorsichtig fahren. Denn nicht nur Äste und Blätter lagen zentimeterdick auf der Straße. Auch lagen umgestürzte Hecken und Bäume zum Teil auf der Fahrbahn.

Elbtal meldete bis zum Morgen 16 Einsätze. Unter anderem wurde das Dach eines Hauses abgedeckt. Viel mehr Arbeit bereiteten aber die Schlammmassen, die sich aus dem Neubaugebiet „Heidenhäuschen“ bis in die Ortsmitte wälzten. Dort wurden sämtliche Straßen gesperrt.

Für Merenberg meldet die Polizei einen Verkehrsunfall, der sich gegen 22.15 Uhr ereignete. Dort war ein 19-jähriger Autofahrer auf der K 451 von Barig-Selbenhausen kommend in Richtung Reichenborn unterwegs. Kurz vor Reichenborn fielen plötzlich mehrere Äste auf den Pkw, weiterhin lag Gehölz auf der Fahrbahn. Dadurch wurden das Fahrzeugdach und durch das Überfahren der auf der Straße liegenden Äste auch der Unterboden des Pkw beschädigt.

Aus Mengerskirchen wurden ebenfalls Schäden gemeldet. Auch dort standen viele Keller unter Wasser und Feuerwehr sowie Bauhof waren stundenlang im Einsatz. Beschädigt wurden die Wand und das Dach einer ehemaligen Scheune. Zahlreiche Bäume stürzten um, unter anderem auf dem Friedhof.

HEFTIGE FOLGEN AUCH IM RHEIN-LAHN-KREIS

Den benachbarten Rhein-Lahn-Kreis hat das Unwetter ebenfalls voll getroffen. Besonders tragisch: Auf der Landesstraße 336 zwischen Strüth und Heidenrod-Zorn wurde ein 43-jähriger Rollerfahrer vom Blitz getroffen und starb. Zu rund 78 Einsätzen wegen des Starkregenereignisses wurde nach eigenen Angaben die Freiwillige Feuerwehr Diez-Freiendiez ab Dienstagabend 21 Uhr alarmiert. Im Gesamtgebiet der Verbandsgemeinde Diez waren es sogar über 100 Alarmierungen, kreisweit noch bedeutend mehr.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Claudia Lenau. Ihr Haus im Balduinsteiner Ortsteil Hausen hat es voll erwischt. Eine braune Soße aus Schlamm ergoss sich in die Garage ihres Wohnhauses. Ähnlich erging es mehreren Hausbesitzern im Dorf. Sowohl im Ortskern als auch im Ortsteil Brühl kam es zu Überflutungen. Auf die Gleise geschwemmtes Geröll und Schlamm verhinderten in Balduinstein zudem die Weiterfahrt eines Zuges. In Heistenbach stürzte in der Unwetternacht eine komplette Giebelwand ein. (red)

Ergänzung KFV:

Wir bedanken uns bei allen Feuerwehren und Hilfskräften für ihren Einsatz zum Wohl der Bevölkerung unseres Landkreises.

Hinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung der Nassauischen Neuen Presse.